„Das Wetter ist gut, nicht zu warm“

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Gollwitz. Für viele waren es am Wochenende die ersten kalt-kühlen Tage. Nur einer fand es richtig amüsant: Karl Habermann, zum 16. Mal ist er Organisator des Schlittenhundewagenrennens in Gollwitz. „Das Wetter ist gut, nicht zu warm“, freut er sich für die Hunde. Von [ice]

62 „Musher“ gingen dieses Jahr an den Start, um die 4,5 km lange Strecke mit ihren Hunden zu bewältigen. Zu Fuß und mit dem Fahrrad, mit einem oder zwei Hunden gezogen, oder mit den richtigen Wagen in der 4-, 6-, 8- oder 12-Hunde-Klasse, begeben sich die Sportler auf den Wiesen- und Waldrundgang mit zwei Anstiegen. Die Zeiten liegen zwischen 7:43 und 17:17.

Das Gollwitzer Schlittenhundewagenrennen steht zu Saisonbeginn. „Die Hunde sind noch nicht trainiert“, erzählt Habermann, „und werden hier unter Wettkampfbedingungen erstmals wieder richtig in den Tritt gebracht.“ Die Veranstaltung könnte mittlerweile den Status eines Qualifikations-Rennen für kommende Wagen-Weltmeisterschaft haben, doch Habermann zeigt sich zögerlich. „Ich habe diesem Rennen immer den reinen Wettkampfcharakter abgesagt, einerseits um die Hunde zu schonen, andererseits um das familiäre Flair der Veranstaltung zu erhalten.“

So ist das Schlittenhundewagenrennen in Gollwitz weiterhin einer der größten Insider-Tipps unter den Fahrern. Dieses Jahr war Rudi Ropertz (65), ehemaliger Weltmeister, amtierender Europa- und Deutscher Meister, mit 34 Hunden vor Ort. Der dreimalige Pirena (Spanien) Sieger gehört zu den fünf besten „Musher“ Europas und wird auch in Alaska, dem Mutterland dieses Hundesportes, respektiert. Seit 1980 ist der einstige Unternehmer dem Hundeschlittensport verfallen: „Ich sehe mich nicht als Aussteiger, aber damals wollten meine Frau und ich den ganzen unnützen Konsum hinter uns lassen.“ Über Freunde wurde ihm das Gollwitzer Rennen empfohlen. „Wo wir auftreten, haben wir Probleme und mehr Gegner als Freunde“, erzählt der von allen um Rat gefragte Profi, „aber hier gibt es viel Platz und keiner stört sich an uns.“ Die Veranstaltung wird gleichzeitig als siebentägiges Trainingslager angeboten, die Hunde können frei rumlaufen und nachts, mit Stirnlampe, durch den Wald trainiert werden. Ropertz möchte nächstes Jahr wiederkommen.

Unterstützung fand das Schlittenhundewagenrennen zum ersten Mal über das Ministerium für Jugend, Sport und Bildung vom Land Brandenburg. „Für mich ist das eine Anerkennung unserer Arbeit“, sagt Habermann zum Schluss, der weiterhin diese Veranstaltung nur mit der Hilfe von zahlreichen lokalen Sponsoren durchführen kann.

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Resultate vom 16. Gollwitzer Schlittenhundewagenrennen 2006:
S-Velo 1 Hund: 1. Thomas Mücke (Grasleben), 2. Andrea Jänisch (Demnitz), 3. Kerstin Mücke (Grasleben); S-Velo 2: 1. Ulli Großmüller (Zeuchfeld), 2. Torsten Wieland (Bremervörde), 3. Inke-Nele Gronau (Brakel); 4-Hunde-Klasse (offen): 1. Andy Sündermann (Zeiten), 2. Nicole Schröder (Tüttendorf), 3. Ralf Kaiser (Voigtsbrügge); 4-Hunde-Klasse (reinrassig): 1. Mike Blaszynski (Strassfurt), 2. Frank Pichottki (Arneburg), 3. Dieter Pastor (Kamenz); 4-Hunde-Klasse (Skandinavier): 1. Michael Klick (Haltern am See), 2. Ulf Borchardt (Gollwitz), 3. Ron Hellwig (Eisholz); 6-Hunde-Klasse (offen): 1. Daniel Tietze (Jena), 2. Thomas Höner (Warendorf), 3. Horst Schröder (Tüttendorf); 6-Hunde-Klasse (reinrassig): 1. Michael Klick (Haltern am See), 2. Jörn Clemens (Seevetal), 3. Heiko Teschner (Weferlingen); 8-Hunde-Klasse (offen): 1. Rudi Roppertz ( Borken), 2. Frank Tautenhahn (Zwönitz), 3. Uwe Busse (Walden); 8-Hunde-Klasse (reinrassig): 1. Uwe Meyer (Weferlingen), 2. Holger Knopf (Cosa), 3. Torsten Umlauf (Gröben); Unlimitierte-Hunde-Klasse: 1. Rudi Ropertz (Borken), 2. Karl Habermann (Gollwitz), 3. Oliver Hennecke

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