Kur(z) Bericht(e) 016

Hier wird über einen Zwangsurlaub in Bad Salzuflen geschrieben, zwar ein nettes Städtchen, aber das keiner besuchen würde, wenn nicht die Krankenkasse manchen dazu zwingen würde. Von Patientin 007

Im Eingangsbereich türmt sich das Gepäck der Nachhause-Fahrer und der Neu-Ankömmlinge, emsiges Treiben, Frauen werden von ihren Männern abgeholt, Männer von ihren Söhnen, Singles und auch andere verabschieden sich von ihren Schatten, versprechen sich bald wieder zu treffen, auch stille Tränen werden sichtbar, einige warten auf ihr Taxi zum Zug. Oberarztvisiten für die nächsten Fälligen sind angeordnet. Lockere Gespräche ohne Tiefe, komplizierte Fälle gibt es hoffentlich nicht. Nach 10 min ist alles vorbei.

Die Sonne behauptet ihren Platz und ich darf meine Stöcke ausprobieren. Lange Schritte, durchgedrückte Arme, KEIN HOHLKREUZ! Wir geben uns Mühe, die Therapeutin ist zufrieden mit uns, wir beschmunzeln die übrigen „Nordic Walker“, die mit kleinen Tippelschritten, und schwenkenden Stöcken um den See hetzen, die hatten wohl keine Schnupperstunde, alles grundverkehrt und bescheuert sieht es auch noch aus.

Am späten Nachmittag dann ein wenig fortgeschrittenen Wirbelsäulengymnastik, einziges Trainingsgerät, ein Theraband, ein lustiges dünnes Gummibändchen in verschiedenen Farben mit starkem Charakter. Grün finde ich gut, nehme das, bis erklärt wird, dass die Farben der Bänder einen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrat haben, HA! das Grüne hat fast den höchsten, vor Blau.
Es wird gestreckt, gezerrt, nach hinten, noch oben, nach vorne, immer wirbelsäulengerecht, mit poppiger Musik nächstes Mal nehme ich das Gelbe! Fertig, wo sind meine Arme?

Duschen, ab in die Stadt, mit Dagmar und Gerd, wir brauchen Käse, Oliven und Wein, die Truppe trifft sich heute Abend in der Cafeteria! Grade noch gestöhnt, weil alles so anstrengend war, nun sind wir ziemlich flott, Dagmars Heißhunger verwandelt Edeka in ein Schlaraffenland, schnell noch ein Stück Kuchen in die Tasche für morgen. Der Abend verspricht lustig zu werden, auf geht’s.

Eine Reaktion zu “Kur(z) Bericht(e) 016”

  1. Maren

    Schöner und lustiger Schreibstil!
    Da hatte meine Mama aber viel Spaß mit euch 😉
    Lieben Gruß von Sieglinde

    Weiterhin gute Erholung!
    Töchterchen Maren

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