Monatsarchiv für August 2013

Die chronische Täuschung des gemeinen DDR Bürgers

Sonntag, den 18. August 2013

Zeichnung von "Auge" Lorenz

Pepe ist das Alter Ego des Autors Peter Auge Lorenz. Im wahren Leben leitet dieser die Comicbibliothek „Renate“ in der Tucholskystrasse in Berlin. In seinem neuen Comic “Das Land, das es nicht gibt” führt er uns anekdotisch durch einige Episoden seines Lebens. Dieses ist angesichts greifender DDR-Fänge stets etwas limitiert, was ihn jedoch nur umso mehr anspornt, sich eigene Freiräume und ein autonomes Denken zuzulegen. Eine Comicrezension von Anni Heuchel

„Die halten Bukowski für einen Kosmonauten und das `Kursbuch ́ wird von der Reichsbahn rausgegeben“, urteilt Protagonist „Pepe“ nach der Wende über seine Landsmänner aus dem Land, das es nicht mehr gibt - der Deutschen Demokratischen Republik. Sofort ist klar: Der Comic, dem wir uns hier widmen, erzählt keine gewohnte Superheldengeschichte. Er ist eine humoristische Abhandlung über Freundschaft, Kindheit und Militär; im Leben eines DDR- Bürgers.
Wir lernen Pepe als kleinen Jungen kennen, der mit einem Freund Kriegsepisoden des Großvaters nachspielt. Mit auf Backpulver und Wasser basierenden “Chemiewaffen” wird der fiktive russische Feind aus dem heimischen Keller gebombt. Das Laborieren mit derlei gefährlichem Sprenggut ist folgenreich: Schürfwunden zieren Kinderbeine, ein Opa mit Kriegstrauma wird verschreckt und Mutti meckert.
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