Archiv der Kategorie 'Reportage'

Kalbsleber und Himbeerbrand

Mittwoch, den 15. Juli 2015
Restaurantkritik Lentz

Restaurantkritik Lentz

Fast ein Jahr ist vergangen, nach der ersten Restaurantkritik auf dem C4 Blog. Im Sinne der Entstehung der Welt war es nur ein kurzes Durchatmen, dafür ging es in die Walachei, aus der Sicht eines aktuellen Berliner Szenegängers, ins tiefste Charlottenburg zum Stuttgarter Platz. Geschrieben von Thomas Götz von Aust

Du musst die Buletten probieren. Als auch noch das Westberliner Gesicht des rbb Ulli Zelle auf der Homepage des Gasthaus Lentz lamojierte, dass nicht mehr der bürgerliche Hotspot hier in Charlottenburg, sondern sich im schicken Mitte und den anderen östlichen Szenebezirken abspiele, liess mich Berliner Spiessigkeit in Reinform erwarten: dunkle Ganzholzvertäfelung, fetttriefendes Essen und eine Bedienung namens Biggi, die jeden Wunsch von der Speisekarte mit “Ist aus” quittiert. weiter…

Ein Schnitzel, oder der heißeste Tag des Jahres

Samstag, den 2. August 2014

Juni 2014, ein heißer Sommer. Wasser, Hängematte, Schatten, Nixtun. Die halbverwaiste großstädtische Indoor-Gastronomie träumte davon. Für eine erste Restaurantkritik ging es ins Neffes, die damit werben sich “vom hauseigenen Geschmack ihrer internationalen Speisen und Getränken zu überzeugen”. Für den C4 Blog genau das Richtige, einen knallharten Hund von der Leine zu lassen. Geschrieben von Thomas Götz von Aust

Einen Restaurantkritiker stellte ich mir so vor, in der Manier eines durchgeknallten Louis de Funes-Films, wo ein gefürchteter Kritiker mit angeklebten Bart ein Restaurant betritt, er aber seiner Tarnung erkannt und am Ende bei einer Weinverkostung über kulinarische Schlampigkeit siegt.

Aber nein. Da ich mein eigener professioneller Restaurantkritiker bin, verzichtete ich auf eine Kostümierung. Und weil ich eben kein Profi bin, ging ich in meiner Speiseauswahl im „Neffes“ nach dem Kriterium „was kennst du am besten, weil bisher am häufigsten gegessen“, vor. Ansonsten war die Karte ein Mix aus Gegrilltem und Pasta, sowie einer Wochen- und Frühstückskarte.

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Gaza Strip 2014

Samstag, den 26. Juli 2014
Group of boyz, Gaza Strip, June, 2014.

Group of boyz, Gaza Strip, June, 2014.

Seit Wochen Unruhen in der Westbank, US-israelische Teenager werden in der Nähe von Hebron ermordet, Einmarsch der Israel Defense Forces [IDF] in Ramallah, Nablus und Jenin, der israelische Präsident fordert Vergeltung und bekommt sie mit der Ermordung eines arabischen Teenies, Demonstrationen in weiten Teilen der Westbank, Bombardements aus der Luft, von der Grenze und vom Wasser gegen Gaza, Rockets gegen Israel, israelische Bodenoffensive, erste pro-palästinensischen Demonstrationen in Deutschland und Europa. Von Edv

Dieser erneute Krieg der israelischen Regierung nach 2012 ist an Dynamik und Dramaturgie kaum zu überbieten. weiter…

Die chronische Täuschung des gemeinen DDR Bürgers

Sonntag, den 18. August 2013

Zeichnung von "Auge" Lorenz

Pepe ist das Alter Ego des Autors Peter Auge Lorenz. Im wahren Leben leitet dieser die Comicbibliothek „Renate“ in der Tucholskystrasse in Berlin. In seinem neuen Comic “Das Land, das es nicht gibt” führt er uns anekdotisch durch einige Episoden seines Lebens. Dieses ist angesichts greifender DDR-Fänge stets etwas limitiert, was ihn jedoch nur umso mehr anspornt, sich eigene Freiräume und ein autonomes Denken zuzulegen. Eine Comicrezension von Anni Heuchel

„Die halten Bukowski für einen Kosmonauten und das `Kursbuch ́ wird von der Reichsbahn rausgegeben“, urteilt Protagonist „Pepe“ nach der Wende über seine Landsmänner aus dem Land, das es nicht mehr gibt - der Deutschen Demokratischen Republik. Sofort ist klar: Der Comic, dem wir uns hier widmen, erzählt keine gewohnte Superheldengeschichte. Er ist eine humoristische Abhandlung über Freundschaft, Kindheit und Militär; im Leben eines DDR- Bürgers.
Wir lernen Pepe als kleinen Jungen kennen, der mit einem Freund Kriegsepisoden des Großvaters nachspielt. Mit auf Backpulver und Wasser basierenden “Chemiewaffen” wird der fiktive russische Feind aus dem heimischen Keller gebombt. Das Laborieren mit derlei gefährlichem Sprenggut ist folgenreich: Schürfwunden zieren Kinderbeine, ein Opa mit Kriegstrauma wird verschreckt und Mutti meckert.
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LP VACUUM - Record Release

Freitag, den 17. Mai 2013
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Die Jungs bestellen sich drei Tannenzäpfle, das weckt natürlich Zweifel, ob sie es ernst meinen mit Rock’n’Roll. Ein mildes Schwarzwald-Bier, bitte, ziemt sich das für eine Band, die gerne mal die Zügel anzieht? Deren Musik so seelenverwandt mit Kurt Cobain, dem großen Melancholiker, klingt? Und die aus ihrem ersten Proberaum, einem christlichen Jugendverein, geflogen ist, weil sich der eine oder andere aus dem ersten Stock einst übergeben musste? Von Lars Grote, Märkische Allgemeine, Mai 2013

Nikaya machen Musik, melodieverliebt und stellenweise meisterhaft, das Tannenzäpfle bleibt ihr einziger Kompromiss an diesem Abend, wie sich zeigen wird. Florian ist Wortführer, Sänger und – wenn man den Pressebildern glaubt – Dandy der Band, die sich vor acht Jahren in Brandenburg/Havel gegründet hat. Florian, wie seine Kollegen Johannes (Bass) und Julian (Schlagzeug), steckt in den frühen Zwanzigern, hat sich auf diesen Bildern als Dame aus der Halbwelt geschminkt. weiter…

Der Filz, mein Feind

Montag, den 25. Juni 2012

Bei der 65. Berliner Tennis Stadtmeisterschaft der Senioren 60+ musste Peter Glückstein (Grunewald TC) gegen Nobert Walter (TC Nikolaussee, Rangliste 23) antreten. Der an Nummer 1 gesetzte Walter machte in 44 Minuten mit 6:1, 6:0 den erwarteten kurzen Prozess – auf dem Hauptplatz des BSV 92 Tennisclub Schmagendorf glückte Glückstein allerdings die bessere Show. Von Edv

Norbert Walter (links), Peter Glückstein, Berlin, 2012.

Norbert Walter (links), Peter Glückstein, Berlin, 2012.

Heiliger Sonntag, Punkt 13:00Uhr, beide Kontrahenten stehen zum Aufwärmen auf dem Center-Court, drei bis vier lockere Bälle streichen über das Netz. Die Vorhand von Norbert Walter kommt gezielt und mit Schwung. Peter Glückstein zeigt seine Stärke in der Rückhand, die Vorderhand ist noch zögerlich. Sein Aluminium Schläger scheppert, seine Körperhaltung ist unkonventionell.

Bereits vor drei Tagen, auf dem szeneberühmten Donnerstags-Treffen in der Bar am Lützowplatz, machte sich Glückstein düstere Gedanken. weiter…

Der Schmutzige Donnerstag [Tag 3]

Sonntag, den 25. März 2012

Die Betreiber und die Künstler des Berliner Kunsthauses Tacheles sollten am Donnerstag 22.03.2012 ohne Gerichtsbeschluss aus dem Gebäude geräumt werden. Der Zwangsvollstrecker der HSH Nordbank bekam freie Hand. Eine Einstweilige Verfügung des Berliner Landgerichtes stoppte diese Aktion, hinter dem auch Anno-August Jagdfeld (Fundus-Fond, u.a. Hotel Adlon, Quartier 206, Heiligendamm etc.), RA Michael Schulz (”Geldzahler”) und Harms Müller-Spreer (Bread + Butter) vermutet werden. Von Edv

"Dirty Thursday", Day 3

"Dirty Thursday", Day 3

Die Übergabe des unrechtmässig in Besitz genommenen Gebäudes verzögerte sich erst um eine halbe Stunde, danach um eine weitere und wurde schliesslich nach 2 1/2 Stunden Verzögerung durchgesetzt. Die Nerven aller Beteiligten wurden strapaziert, die Polizei nahm zeitweise Stellung. Die Vertreter der HSH Nordbank pokerten, alle schalteten sich ein. Keiner, der ohne Telefonat - allen voran die Security - auskam.

Als sich der Haupteingang des Kunsthauses Tacheles für die Künstler und die Öffentlichkeit wieder öffnete, war die Erleichterung gross. Kaum 10 Minuten später waren die ersten Ateliers geöffnet, ein großer Ansturm von Besuchern drängte sich für mehrere Stunden auf allen Ebenen. Das Treppenhaus wurde zu einem internationalen Treffpunkt. Die Tacheles Biennale 2012 im Theatersaal öffnete, wie rund 20 Ateliers. Die Künstler im Kunsthaus Tacheles arbeiten erneut.

Der Schmutzige Donnerstag [Tag 2]

Sonntag, den 25. März 2012

Nachdem das Kunsthaus Tacheles am “Dirty Thursday” von einem Rechtsanwalt und ungefähr 20 gewaltbereiten Securities eingenommen wurde, liefen von Seiten der Tacheles Verantwortlichen alle Vorbereitungen zum Erlangen einer Einstweiligen Verfügung. Sie kam spät, und konnte am selbigen Tag nicht eingelösst werden. Von Edv

"Dirty Thursday", Day 2

"Dirty Thursday", Day 2

Am späten Nachmittag standen Schlüssel und Einstweilige Verfügung zur Verfügung, doch fokussierten sich die Aufgaben der Polizei auf die angemeldete Demonstration des Tacheles. Linda Cerna (Spokewoman) versuchte vergebens die Haupttür des Gebäudes zu öffnen. Nach einer Beratung zwischen Vertretern des Kunsthauses und Polizei wurde entschieden, die Rückgabe des Kunsthauses am morgigen Tag mit Hilfe eines Gerichtvollziehers zu vollstrecken.

Der Schmutzige Donnerstag [Tag 1]

Sonntag, den 25. März 2012
"Dirty Thursday", Day 1

"Dirty Thursday", Day 1

Am Donnerstag, den 22. März 2012 wurde das Kunsthaus Tacheles von Prof. Dr. Holger Schwemer (Schwemer, Titz, Töter) und ungefähr 20 “Schwarzen Sheriffs” über-fallen, einige Künstler aus ihren Ateliers hinausgezwungen und der Haupteingang für die Öffentlichkeit zugesperrt. Von Edv


Ungefähr 200 Künstler und Freunde des Hauses trafen sich innerhalb kurzer Zeit vor dem Gebäude. Eine Demonstration wurde angemeldet, Musik gespielt. Schwemer hatte keinen gerichtlichen Beschluss vorzuweisen, sein Verhalten stark provozierend. Er sprach von “getürkten Mietverträgen” der Künstler. Die Stimmung zwischen Tacheles Sympathisanten, schwarzen Sheriffs, rechtlichen Bankenvertreter, Tacheles Verantwortlichen und Berliner Polizei schien des Öfteren zu kippen. Nur durch das disziplinierte Verhalten der Demonstranten und einer letztendlich zurückhaltenden Polizei konnte eine Eskalation der Gewalt verhindert werden.


Siehe Video (youtube/globalfreedom99) vom 22.03.2012, ab 1:00min.:

Eine Einstweilige Verfügung wurde beantragt, allerdings an diesem Tag nicht ausgestellt.

Palestine 2011

Dienstag, den 18. Oktober 2011
Ramallah, 18.10.2011

Ramallah, 18.10.2011

Few days in Gaza Strip (Gaza City) and West Bank (Ramallah, Jenin), we will provide you with images. By Ilia Castellanos and Kerstin Jasinszczak

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Hendryk M. Broder: “Existenz in der Warteschleife” (SpOn)